Urtikaria
|
Urtikaria (Nesselfieber, Nesselsucht) ist das flüchtige Auftreten von meist juckenden Quaddeln unterschiedlichster Krankheitsursachen, die fast immer durch Haut betreffende Histaminfreisetzung entsteht. Diese tritt über ein großes Gebiet verbreitet als krankhafte Hautveränderungen auf. Man unterscheidet die akute von der chronischen Form: |
Einteilung der Urtikaria nach ihren Auslösern
|
Allergisch: Nahrungs- und Arzneimittel, Aeroallergene, Kontaktallergie sonstiges |
Enzymdefekte: angioneurotisches Ödem, Serumcarboxypeptidase - Mangel |
|
Physikalisch: Mechanisch (z.B.: Druck), thermisch, Wasser, Licht (UVB), Strahlen |
Autoimmunerkrankungen: systemischer Lupus erythematodes, Urtikariavaskulitis |
|
Toxisch: Insekten, Pflanzen, Farbstoffe, Medikamente, Konservierungsmittel |
Emotionale Faktoren: Stress, Depressionen, sonstiges |
|
Urticaria pigmentosa (Mastozytose) |
Hormonstörung: z.B.: Schilddrüse |
|
|
Idiopathisch
|
|
Die häufigste eindeutig allergische vermittelte Verlauf ist die akute Urtikaria. Die chronische wird bei 15-20% durch physikalische Reize, bei 5-10% durch allergische Reaktionen ausgelöst; etwa die Hälfte ist pathogenetisch nicht erklärbar. Es gibt noch die chronische intermittierende Urtikaria und Sonderformen wie die Kontakturtikaria, die Urtikariavaskulitis und Angioödem.
|
|
Akute Urtikaria Die allergisch oder immunologisch bedingte akute Urtikaria kann durch die Vielzahl von Ursachen entstehen, wobei die allergische Reaktion erkennbar ist. Diese Form tritt meist bei Frauen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr auf. Sie kann gleichzeitig mit allergischen Reaktionen der unteren und oberen Atemwege vorkommen. Akute Urtikaria heißt, die Symptome setzen plötzlich ein und dauern nicht länger wie 6 Wochen. Sie ist mit 10-20% eine häufige Erkrankung und verläuft in den meisten Fällen selbstlimitierend. Meist tritt die akute Urtikaria als Sofortreaktion (Typ-1-Reaktion) mit Mastzellenaktivierung beim Sensibilisierten auf, seltener als immunkomplexvermittelte Urtikaria. Am häufigsten sieht man die Erkrankung nach der Gabe von eiweißhaltigen Organextrakten wie Fisch oder Penicilin.
|
|
Chronische Urtikaria Eine chronische Urtikaria dauert länger wie 6 Wochen. Meistens erkranken Erwachsenen an der chronische Urtikaria und leiden oft Monate bis Jahre darunter. Und haben dabei fortwährend Juckreiz. Je länger Patienten darunter leiden, desto schlechter ist die Prognose. Bei der chronischen Urtikaria sind Nahrungsmittel häufig ein Faktor (10-20%) des Krankheitsprozesses. Die häufigsten Pseudoallergene in Nahrungsmitteln sind Farbstoffe und Konservierungsmittel. Auch Arzeimittel, die über längere Zeit eingenommen werden, können massive Urtikariaschübe auslösen. Häufigster Stoff Acetylsalicylsäure. Auch Restmengen Penicilin im Fleisch können für die chronische Urtikaria verantwortlich sein. Es handelt sich meist um pseudoallergische Intoleranzreaktionen, die der allergischen Reaktion von Soforttyp entsprechen, jedoch nicht immunlogisch vermittelt sind. Charakteristika der pseudoallergischen Intoleranzreaktion sind ähnlich wie Typ-1-Allergie oft verzögerte Verläufe.
|
|
Angioödem Das Angioödem (Quincke- Ödem, angioneurotisches Ödem) ist eine umschriebene Schwellung der unteren Haut oder unterhalb der Schleimhaut und meist Folge einer allergischen Sofortreaktion (Typ-1-Reaktion). Es kann isoliert auftreten. Kommt in den meisten Fällen aber zusammen mit der Urtikaria vor. Überwiegend jüngere Frauen sind betroffen. Geht aber meist schnell zurück. Auslöser sind meist eiweißhaltige Nahrungsmittel, Zusatzstoffe, Medikamente oder Inhalationsallergene. Periorbitales Angioödem sind ödemische Hautschwellungen. Die betroffenen Körperregionen: Lippen, Hände, Füße und Genitalien. Die Haut bleibt blaß, an den betroffenen stellen. Innerhalb weniger Stunden ist die volle Ausdehnung erreicht. Ödeme Schwellung sind ohne Juckreiz und verschwinden meistens nach 8-24 Stunden nach Beseitigung der Ursache wieder. Wie bei der Urticaria besteht Erstickungsgefahr. Das Angioödem neigt dazu an einmal befallenen Stellen wieder zu kommen. Dermografische Urticaria (Urticaria facitia) Physikalische Form: Streifige Schwellung und Rötung der Haut nach mechanische Reize (z.B.: Reiben, Kratzen oder Scheuern). Ca. 50% mit chronische Urticaria zeigen zeitweise Symptome einer Urticaria facitia. Junge Menschen zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr sind davon am häufigsten betroffen. Davon überwiegt der Frauenanteil leicht. |