Histamin-Intoleranz

Allergiker aufgepasst bei Histamin!
Besonders Allergiker wissen, dass Histamin der wichtigste Überträgerstoff (Mediator) sämtlicher Allergien ist. Die Histamin-Intoleranz ist also eine Allergie? Nein, das ist sie nicht. Und das ist das Problem:
 Es gibt zur Zeit keine sichere Untersuchungsmethode um eine HIT zu diagnostiszieren. Die angebotenen Möglichkeiten können auch negativ ausfallen, trotzdem man alle Symptome einer HIT hat. Zu allererst ist es wichtig, bei allen Unverträglichkeiten, ein Ernährungstagebuch zu führen. Über einen Zeitraum von 10-14 Tagen. Alles was man zu sich nimmt. Alles was man verzerrt. Getränke, Medikamente, jedes Gewürz, alles peinlich genau, wenn es geht mit Inhaltsstoffe. Die Beschwerden auflisten. In welchen Abständen sie eintreten.

Ein Beispiel: Frühstück: 1 crosses Brötchen mit lactoserfreien Margarine (Inhaltsstoffe angeben), Himbeergelee, 2 Tassen coffeinfreier Kaffee mit lactoserfreier Milch und 1/2 TL Zucker, Beschwerden: Nach ca. 20 min. Krämpfe und Durchfall

Mittag: Kartoffeln, Schweinekotelett gewürzt mit Salz, Pfeffer und Paprika edelsüß, Erbsen, Soße mit Reismehl selbstgemacht (Gewürze siehe Kotelett) Beschwerden: keine 
Abend:  2 Scheiben Roggenmischbrot (Inhaltsstoffe) mit Margarine (Inhaltsstoffe) und Bauernmettwurst (Inhaltsstoffe), dazu 2 Tassen grüner Tee, Beschwerden: Herzrasen nach ca, 15 min., Schweißausbrüche
Getränke: kohlensäurefreies Wasser
Nahrungsergänzungsmittel: Kalzium (Inhaltsstoffe) und wann das Mittel eingenommen wurde.
Medikamente: Aspirin und die Pille (Inhaltsstoffe) und wann das Mittel eingenommen wurde.

Laut Dr. H. Kofler 2009 ist das Vitamin B6 kein Koenzym, sondern das histaminproduzierende Histidindecarboxylase. Dr. Kofler vermutet mehere Formen der HIT.

1) Auf der Basis einer verminderten Diamioxidaseaktivität. Und/oder einer verminderten Aktivität des anderen Histamin abbauenden Enzyms: Histamin-N-Methyltransferase.
· Kann im Rahmen einer Infektion oder Entzündung der Darmschleimhaut ein vorübergehender Diaminoxidasemangel auftreten. Nach Abheilen der Entzündung normalisiert sich auch   die DAO langsam wieder.
· Gibt es genetisch bedingt mehrere, sehr ähnliche Gen Varianten, die für die DAO („Polymorphismen“) kodieren. Dadurch gibt es wahrscheinlich unterschiedlich  aktive    Enzymvarianten.
· Kann es exogen (= von außen) zu einer verminderten Diaminoxidaseaktivität im Rahmen der Gabe verschiedener diaminoxidasehemmender Substanzen kommen. Dazu gehören    vorrangig Alkohol und sein Abbauprodukt Acetaldehyd, aminreiche Nahrungsmittel ,und wesentlich, eine nicht geringe Zahl von Medikamenten.
· Dazu zählen auch Substanzen, die Histaminliberatoren Histaminfreisetzend) sind: am bekanntesten sind Metabisulfit, in der Nahrungsmittelproduktion viel verwendet (Bier  Brauereien z.b.) und auch Salizylate, der Acetylsalizylsäure(Aspirin) verwandt.
2) Vermehrte Belastung des Organismus mit Histamin exogen (über Nahrung z.B., siehe Text und Tabellen) oder endogen; z.b. im Rahmen allergischer Erkrankungen fällt vermehrt
 Histamin an.
3) Vermehrte endogene Histaminproduktion (bei Allergien, bei Mastozytose, bei bestimmten bakteriellen Entzündungen, bei hämatologischen Erkrankungen ect.)
4) Kombinationen aus 1+2 (+3)

Die Histamin-Intoleranz - kurz HIT - ist wie die Laktose-Intoleranz eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit. Besonders Menschen mit Magen-Darm-Beschwerden sind daher häufig betroffen. Die HIT zeigt sich auch in anderen Körperregionen, z. B. der Haut in Form von Urticaria (Nesselsucht, Nesselfieber), Juckreiz, Mastozytose usw.
Bei Histamin-Intoleranz (HIT) handelt es sich um eine schwere Form der Nahrungsmittelunverträglichkeit, deren Ursache ein Mangel des histaminabbauenden Enzyms Diaminoxidase (DAO) ist.  
 

                                            


Diaminoxidase (DAO, Histaminase) (engl. diamine oxidase) ist ein kupferhaltiges Enzym, das Histamin, Putreszin und andere biogene Amine abbauen kann. Das Enzym wird von allen Chordatieren (Wirbeltiere, Knorpel- und Knochenfische, Reptilien und Säugetiere) gebildet. Beim Menschen wird es im Darm, den Nieren und in der Plazenta produziert.

80% der betroffenen sind Frauen um die 40 Jahre. Es liegt nahe zu Glauben, dass die Abnahme des weiblichen Geschlechtshormonen mit der Histamin-Intoleranz zusammen hängt.

Es gibt auch Arzneimittel, die den Abbau von Histamin hemmen und so wochenlang das histaminabbauende Enzym blockieren.

Krankheitsbilder:

   1. häufige Kopfschmerzen bis zur Migräne
   2. laufende Nase, verstopfte Nase
   3. Atembeschwerden bis zu Asthma bronchiale
   4. Herzrhytmusstörungen im Sinne Tachykardien bzw. Extrasystolen (schneller bzw. unregelmäßiger Pulsschlag)
   5. Magen- und Darmbeschwerden
   6. Hypotonie (chronisch niedriger Blutdruck)
   7. Juckreiz und Quaddelbildung (Urticaria)
   8. Schmerzen zu Beginn der Regel können Histamin bedingt sein.
   9. Blähungen
  10. Niesen
  11. Augenjucken- und rötungen
  12. Übelkeit und Erbrechen
  13. Flush (anfallweise auftretende Hitzewallung mit Hautrötung)
  14. Müdigkeit

Histamin kommt im Körper, also im Blut oder Gewebezellen (basophilen Granulozyten bzw. Mastzellen), als auch in Nahrungsmitteln vor. Allergischer Erkrankungen, wie z.B. Heuschnupfen und Asthma sind Lieferanten von zu viel Histamin.

Da Histamin sich addieren kann, ist es verständlich, dass beim Überschreiten der Toleranzgrenze allergische oder allergieähnliche Symptome auftreten.

Da gibt es noch biogene Amine (Tyramin, Serotonin) in Nahrungsmitteln. Histaminliberatoren (z.B. Schokolade, Zitrusfrüchte, Erdbeeren) die direkte Einwirkung auf die Blutgefäße haben, während andere (Putresin) möglicherweise über die Behinderung des histaminabbauenes ihre Wirkung entfalten.

Fructose-Intoleranz

                                                  Es gibt 2 Arten der FI. Obwohl sich die beiden Krankheitsbilder in manchen Punkten ähnlich sind, muss wegen der Unterschiedlichkeit ihrer Auswirkungen dennoch streng zwischen den beiden unterschieden werden. Es gibt da noch die Sorbit-Intoleranz, die mit der Fruchtzuckerunverträglichkeit zusammen geht. Ist auch durch den H2-Atemtest feststellbar.                                              


    Die intestinale Fructose-Intoleranz

Bei der intestinalen FI, die auch als Fructose-Malabsorption bezeichnet wird, handelt es sich um eine Störung des Fructosetransportes im Dünndarm (intestinal). Ursache hierfür ist ein defektes Transportsystem mit dem Namen GLUT-5. Man schätzt, dass in unserem Kulturkreis etwa 3 von 10 Personen unter Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden.

FI bedeutet nicht, auf fruchtzuckerhaltige Speisen ein leben lang zu verzichten. Wer gut über seine Krankheit informiert ist, der verfügt auch über einen reichhaltigen Speiseplan.

    Hereditäre Fructose-Intoleranz

Viel seltener und in ihrer Auswirkungen schwerwiegender ist die hereditäre Fructose-Intoleranz (HFI), also erblich bedingte Form der FI. Bei einem von etwa 20.000 Neugeborenen lässt sich diese Krankheit feststellen. Es handelt sich bei der HFI um ein Enzymdefekt, der bei Diätfehler (Bereits nach dem Abstillen.) zu lebensbedrohlichen Zuständen führen kann. Eine strenge fructosefreie Kost ist daher dringend anzuraten. Bei Diätfehlern können auch Leber- und Nierenschäden drohen.

Der Fruchtzucker wird von dem im Dickdarm ansässigen Darmbakterien fermentiert, also chemisch umgewandelt. Bei der Fermation entstehen die Gase Wasserstoff (H2), Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4) so wie kurzkettige Fettsäuren. Auf diese Weise können in kurzer Zeit hohe Konzentration an Gasen entstehen, die durch Blähungen entsorgt werden müssen. Ein Teil H2 dringt durch die Darmwand, gelangt anschließend in die Blutbahn und kann schon nach kurzer Zeit in der Atemluft nachgewiesen werden. Der H2 – Atemtest macht sich diesen Effekt zu nutze, mit dessen Hilfe FI nachgewiesen werden kann.



Enstehung der Darmsymptome

Bakterielle Fermation (Gärung) der Fructose

wasserbindende Wirkung
Entstehung von Gasen
Entdehung von Fettsäuren
Übelkeit und Erbrechen
Blähungen
Durchfall und durchfallartige Störung
osmotischer Effekt
Durchfall und durchfallartige Störung

Neben Blähungen kann die Gasentwicklung beim Betroffenen auch Schwindelgefühl und eine Reihe weitere unspezifische Symptome verursachen. Die immensen Gasansammlungen sind außerdem für den aufgeblähten, nach vorne gewölbten Bauch verantwortlich, der von unten her auf Magen und Zwerchfell drückt. Dadurch kommt es zu Völlegefühl und Übelkeit nach dem Essen.


Alle Symptome auf einem Blick
Bauchsymptome Bauchsymptome

Nährstoff
mangel

Unspezifische Symptome Symptome einer
hereditären FI

Durchfall und durchfallartigen 
Störungen 
(osmotischer Effekt)

Depressionen 
und depressive Verstimmungen

Folsäuremangel

Infektions-
anfälligkeit

Gedeihstörungen 
(nach dem Abstillen)

Völlegefühl mit erschwerter Atmung

Antriebsschwäche

Zinkmangel

Subjektives Krankheitsgefühl

Aversion gegen Süßes

Übelkeit nach dem Essen

Konzentrations-
störungen


Schwindelgefühl

Auffallend kariesfreies 
Gebiss

Blähbauch

Reizbarkeit


Kopfschmerzen

Veränderte Leberwerte

Krampfartige Leibschmerzen

Chronische Müdigkeit


Beklemmungsgefühl 
in der Brust

Gestörtes Essverhalten

Darmgeräusche

Niedergeschlagenheit


Abgeschlagenheit

Erbrechen

Aufstoßen

Innere Unruhe


Gliederschmerzen

Blutungsneigung

Blähungen

Nervosität


Unreine Haut

Schwitzen

Reizmagen-und Reizdarmsyndrom

Anspannungsgefühl


Wetterfühligkeit

Benommenheit

Oberbauchschmerzen

Erschöpfungszustände


Schlafstörungen

Apathie

Häufiger Harndrang



Psychosozialer Stress

Muskelkrämpfe

Bakterieller Fehlbesiedelung des Dünndarms





Sodbrennen





Weicher Stuhl





Erhöhte Stuhlfrequenz





Intestinale Fructose-Intoleranz
(Fructose-Malabsorption
)
Hereditäre Fructose-Intoleranz
 (vererbte Form)

  1. Nahrungsmittelunverträglichkeit
  2. Störungen des Fruchtzucker Transporters Glut-5
  3. Diät empfohlen
  4. betrifft 30 von 100 Menschen
  1. angeborene Stoffwechselstörung
  2. Defekt des Enzyms Aldolase
  3. strenge Diät erforderloch
  4. betrifft 1 von 20.000 Neugeborene

Es gibt seit dem 01. März 2010 Fructosin. Ist geeignet für Fructose-Malabsorption. Das ist ein Nahrungsergänzungsmittel,  mit dem Enzym Xylose Isomerase (XI). Das Enzym kann den Körper dabei unterstützen, den Überschuss an Fructose im Körper zu verwerten. WICHTIGER HINWEIS: IST NICHT FÜR DIABETIKER UND BEI DER HEREDITÄREN FRUCTOSE-INTOLERANZ GEEIGNET!

Lactose-Intoleranz

Die Lactose-Intoleranz ist keine Allergie, sie löst also keine Immunreaktion im Körper aus. Bis auf die Tatsache, dass die Betroffenen keine Milch vertragen, keinerlei Gemeinsamkeiten mit ihr hat.

Lactose (Milchzucker= MZ) ist ein natürlicher Bestandteil von Milch, Sahne, Molke oder Käse. Lactose ist ein Zweifachzucker (Disaccharid). Lactose besteht aus 2 Moleküle die heißen Galaktose (Schleimzucker) und Glucose (Traubenzucker). Haushaltszucker besteht aus Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker) in einem Verhältnis von 1:1. In vielen industriell gefertigten Lebensmitteln, in denen man keinen Milchanteil vermuten würde, findet man das Kohlenhydrat Lactose. Er hat proteinstabilisierende Eigenschaften und wird als Trägersubstanz verwendet.

Die Ursache für die folgenschweren Störungen der Verdauungstätigkeit ist ein so genannter Enzymdefekt. Der Organismus der Betroffenen produziert eine zu geringe Anzahl an Laktase-Enzymen, die zur Verdauung der Lactose im Darm benötigt werden.

Man unterscheidet zwei Arten: Als Lactose-Malabsorption bezeichnet man fehlerhafte Aufnahme bzw. Verarbeitung der Lactose im menschlichem Körper.

Hypolaktasie bedeutet, dass der Organismus keine ausreichende Menge an Laktase-Enzymen produziert.

Auch hier entstehen Gase: Wasserstoff (H2), Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4). Selten kommt eine Lactose-, Fructose- und Histamin-Intoleranz einzeln vor. (Siehe Fructose-Intoleranz)


Symptome einer Lactose-Intoleranz

Wenn sich einige Symptome aus dieser Liste mit Ihrer Erfahrung decken sollten, sollten Sie sich einem H2-Atemtest unterziehen. Hierzu gleich mehr.

    Durchfall / durchfallartige Beschwerden. Diese Beschwerden können bereits anfallweise 15-30 min. nach dem Genuss von lactosehaltiger Nahrungsmitteln auftreten, einige Stunden später oder auch erst am nächsten Vormittag des nächsten Tages. Je nach Menge des konsumierten Lactose können die Durchfälle tagelang oder nur von kurzer bzw. einmaliger Dauer sein. Patienten berichten (Schweregrad abhängig) von wässrigen, schäumenden und säuerlichen Durchfällen (so genannte osmotische Gärungsdurchfälle). Auf keinen Fall Medikamente gegen Durchfall, Blähungen oder Magenbeschwerden nehmen.

    Breiiger Stuhl

    Blähungen

    Verstopfung (Dieses Symptom tritt nicht im direktem Zusammenhang mit dem Verzehr von Lactose auf, kann aber Folge einer unregelmäßigen, mit Störungen einhergehende Verdauung sein.)

    Übelkeit nach dem Essen

    Bauchgeräusche

    Vermehrte Darmgasbildung

    Blähbauch

Eine große Gasansammlung im Dickdarm führt zu einem nach vorne gewölbten Unterbauch. Diese Darmgase verbleiben oft wegen der ungünstigen anatomischen Struktur in der Dickdarmschleife ohne dass ein Ausgleich stattfindet. Die Betroffenen glauben dadurch nicht selten, zu dick zu sein.

Der Blähbauch, der auch als „ aufgetriebener Leib“ beschrieben wird, führt zu einem Spannungsgefühl im Bauch so wie zu einem lang anhaltenden Völlegefühl.

    Erbrechen nach großen Mahlzeiten mit viel Milchzucker. Dieses Symptom tritt häufig bei Kindern auf; bei Erwachsenen nur selten.

    Bauchschmerzen

    Luft aufstoßen

    Krampfartige Schmerzen im Unterbauch und Oberbauch nach Verzehr von Milchzucker. Unverzüglich nach einer lactosehaltigen Mahlzeit können sich teils heftige Krämpfe einstellen. Bei regelmäßigem Verzehr von Lactose manifestieren sich besonders im rechten Unterbauch chronische Druckschmerzen, da an dieser Stelle der Dünndarm in den Dickdarm übergeht.


Unspezifische Beschwerden

    chronische Müdigkeit

    Depressive Verstimmungen

    Gliederschmerzen

    inner Unruhe

    subjektives Krankheitsgefühl

    Schwindelgefühl

    Kopfschmerzen

    Erschöpfungszustände

    Nervosität

    Niedergeschlagenheit

    Anspannungsgefühl

    Schlafstörungen

    unreine Haut

    Konzentrationsstörungen

    Mangelerscheinungen

    Abgeschlagenheit

    Beim Säugling: Verzögerter Wachstum

Das Auftreten der gesundheitlichen Störungen ist abhängig von der Schwere der Lactose-Intoleranz.   


Es spielen viele Faktoren eine Rolle für die Symptome

Für den menschlichen Organismus ist Lactose in ihrer ursprünglichen Form nicht von Nutzen, da sie vom Verdauungstrakt nicht oder nur in geringen Maße resorbiert wird. Erst im aufgespaltenen Zustand können die Einzelmoleküle verwertet werden und kommen so den Stoffwechsel zugute. Zu diesem Zweck wird die Lactose im Darm von den Enzymen Laktase in seine beiden Einzelbestandteilen zerlegt.

Entstehung der Symptome:  individuelle Ausprägung der Laktose - Intoleranz -- Menge und Art der zu sich genommenen Laktose --Darmflora (Zusammensetzung) --körperliche und seelische Verfassung.


Durch bakterielle Zersetzung der Milchzuckermoleküle gebildeten Gase Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Wasserstoff (CO2) sammeln sich im Dickdarm und werden teilweise durch Blähungen wieder entsorgt. Durch die anatomische Konstellation des Dickdarms kann es aber passieren, das diese Gase für lange Zeit in der Dickdarmschleife verweilen, wodurch es zu einem lang anhaltenden, stark angeschwollenen Blähbauch kommt.



Bei Lactose-Intoleranten Mensch liegt eine Unterversorgung mit dem Enzym Laktase vor. Die MZ-Moleküle werden gar nicht oder nur in unzureichendem Maße von den Laktase-Enzymen im Dünndarm aufgespalten und gelangen in unverändertem Zustand in den Dickdarm. Hier kommt es zu einer chemischen Reaktion, die für das Beschwerdebild verantwortlich ist. Die MZ-Moleküle treffen in den Dickdarm ein werden von den dort befindlichen Bakterien „anaerob“ vergärt. Sie werden ohne Sauerstoff in verschiedene chemische Elemente umgewandelt: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Wasserstoff (H2).


Die schützende Schleimschicht im Inneren des Darms wird durch regelmäßige Durchfälle, die ein saures Milieu im Darmlumen erzeugen, regelrecht dezimiert. Die langfristige Folge davon ist eine veränderte Durchlässigkeit der Darmwand. Auf diese Weise können Nahrungsbestandteile in den Organismus gelangen, die im Normalfall nicht die Darmwand passieren würden.


H2-Atemtest

(Lactose- und Fructose-Intoleranz)

Von den Gasen: Wasserstoff, Kohlendioxid und Methan – ist für den H2-Atemtest ausschließlich Wasserstoff (H2) von Bedeutung. Er diffuniert zu etwa 20% durch die Darmwand und wird schließlich über die Lungen „abgearbeitet“. Dadurch kann er in der „Exhaxalationsluft“ (im Atem), gemessen werden. Um so mehr MZ im Dickdarm zerlegt wird, umso höher ist der Wasserstoffgehalt in der Atemluft.

Der Nüchternwert wird ermittelt und sollte 10 ppm (parts per millions, also die Anzahl der Wasserstoffteilchen) nicht übersteigen.


Nun muss der Patient eine Lösung , die aus 50g Laktose und 300ml Wasser besteht, zügig trinken.

In den nächsten 3 Stunden, werden alle 15 Minuten eine Messung der Wasserstoffkozententration in der Atemluft gemessen. Der Patient muss 20 ml tief ausatmen und zwar in eine Spritze (wo ein Vakuum erzeugt wird). Die Werte werden notiert und der Patient wird nach seinem Befinden und den auftretenden Symptomen befragt. Alle 30 Minuten wird der Blutzuckerspiegel (Glucose) gemessen.

Eine LI fängt bei den Werten 10 und 20 ppm an, wenn der Patient körperliche Beschwerden wahrnimmt. Bei Extremfällen kann der Wert 400 ppm betragen. Die „durchschnittliche“ Ausprägung zeigt sich in den Werten 20 – 200 ppm.


Formen der Laktose-Intoleranz

primäre Laktasemangel sekundäre Laktasemangel kongenitaler Laktasemangel

    Erworbene Form

    schleichende Entwicklung

    beginnt am Ende der Stillzeit, häufig

    Folge einer Darmerkrankung oder durch Arzneien

    kann durch Heilung der Grundkrankheit abklingen

Angeborene Form

lebenslanger Enzymdefekt

genetisch bedingt

für Säuglinge lebensgefährlich

Laktosegehalt ausgewählter Lebensmittel g Laktose/100 g Laktosehaltige Produkte Laktosemangelstatistik
Milchpulver 38,0 - 50,5     Milch und daraus erstellte Produkte (Pudding, Mixgetränke, Fruchtmolke, Kakao, Speiseeis usw Skandinavien, GB                                                       0,5 -5 %
Milchschokolade 9,5 Kekse, Gebäck, Backwaren Australien                                                                            6 %
Stutenmilch 6,2 Instanzerzeugnisse: Kartoffelbrei - bzw. -pürreepulver, Suppen, Soßen Deutschland                                                               15 - 20 %
Eiscreme 5,1 - 7,0 Wurstwaren Österreich                                                                   15 -25 %
Frischmilch, H-Milch (Kuh) 4,8 - 5,0 Fertigprodukte (Pizza und andere (Halb-) Fertigprodukte) Schweiz                                                                              17 %
Ziegenmilch 4,8 Auch zahlreiche Medikamente enthalten als Trägerstoff oder  zur Geschmackkorrektur Laktose. Diese Mengen sind für die meisten Patienten jedoch verträglich (Schweregrad abhängig). Italien (Süden)                                                                  71 %
Italien (Norden)                                                                51 %
Schafsmilch 4,7 Frankreich (Süden)                                                           42 %
Frankreich (Norden)                                                         23 %
Kefir 4,1 Griechenland, Türkei                                                45 - 74 %
Naturjoghurt 3,7 - 5,6 Nordamerika (Weiße)                                                      15 %
Dick,- Sauer-und Buttermilch 3,7 - 5,3
Nordamerika (Afroamerikaner)                                      80 %
Doppelrahmfrischkäse 3,4 - 4,0 Südamerikaner                                                          65 - 75 %
Dessert, Pudding, Milchreis 3,3 - 6,3 Afrika                                                                                98 %
Quark bzw. Topfen 3,3 - 4,3 Asien                                                                        80 - 100 %
Molke, Molkegetränke 3,3 - 4,0
Schmand 3,4
Fruchtjoghurt 3,2 - 4,5
Sauerrahm 3,2
Schlagsahne 3,0 - 3,3
Schmelzkäse 2,8 - 6,3
Cottage (Hütten-, Körnerkäse) 2,6 - 4,3
Creme fraiche 2,2
Frischkäse 2,0 - 3,8
Butter 0,6 - 0,7
Brie, Camembert 0,1
Bitterschokolade (75% Kakao) 0,0 - 0,5
Hartkäse 0,0 - 0,1
Butterschmalz 0
 

Quellverweise

*Herausgegeben von Reinhart Jarisch (ISBN 3-13-105382-8): Histamin-Intoleranz „Histamin und Seekrankheit“     

*Thilo Schleip: „Wenn Fruchtzucker krank macht“ (TRIAS: ISBN 3-8304-3282-8 )

*Thilo Schleip: „Laktose-Intoleranz“ (TRIAS: IBSN 3-8304-3187-2)